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Kalkulation Abschlussarbeit

Ratgeber zum Drucken wissenschaftlicher Arbeiten

Wenn die Abschlussarbeit fast zu Ende geschrieben ist (die Tipps hierzu im Ratgeber für das Verfassen von Abschlussarbeiten), kommen die großen Fragen des Druckens. Oft mit einem irritierend überschaubaren Zeitrahmen.
An genau diesem Punkt soll dieser kleine Ratgeber ansetzen und helfen, er enthält einen Quer­schnitt unserer seit über zehn Jahren mit Kunden geführten Dialoge und somit Antworten auf die in der Praxis üblicher­weise gestellten Fragen.

Drucken

s/w- und Farbdruck

In unserem Filecheck können Sie vorab testen, wie viele Seiten Ihrer Vorlagen­datei als Farbseiten erkannt und gezählt werden. Da Farbdrucke deutlich teurer sind als s/w-Drucke, wird gerne mal überlegt, ob es bei einigen Seiten mit Farbanteil nicht auch ausreichend wäre, sie s/w drucken zu lassen.
Sehr einfach gestaltet sich das, wenn man dazu auf kompletten s/w-Druck, eventuell nur mit farbigem Deckblatt, umsattelt. Stellt man diese Überlegung aber für inliegende Seiten an, so empfiehlt es sich unbedingt, sie schon im Original­dokument in Grau­stufen umzuwandeln. Meist betrifft dies enthaltene Grafiken, hier genügt es, über die "Bearbeiten"-Funktion jedes handels­üblichen Grafik­programms die Farbtiefe auf Graustufen zu verringern. Dies gilt insbesondere für Scans, die oft für das Auge nicht erkennbare Farb­anteile enthalten.
Natürlich ist es auch möglich, uns die entsprechenden Seiten­zahlen (bitte stets die Seiten­zahl des pdf-Dokuments am unteren Bild­schirm­rand, nicht die dokument­interne Paginierung verwenden) mit dem Wunsch nach Umwidmung zu über­mitteln, allerdings fällt an dieser Stelle meist so viel zusätzliche Bearbeitungs­zeit an, dass sich die Preis­ersparnis marginalisiert. Hinzu kommt, dass dann nicht mehr stapel­weise gedruckt werden kann, was sich negativ auf die Bündigkeit der entstehenden Druck­sätze auswirkt.

Druck beid- oder einseitig

Manchmal sind es bereits äußere Zwänge wie die Kapazität der gewählten Bindungsform oder die Anforderungen des Prüfungs­amts, die zu einem beid­seitigen Druck führen.
Eine weitere Überlegung kann bei 100- oder 120g-Papier der Preis sein, bei dem das Papier allerdings üblicher­weise am wenigsten zu Buche schlägt.
Der Standard ist einseitiger Druck, eine Erklärung haben wir dafür leider nicht, vielleicht ist der Grund dafür im folgenden Absatz zu finden.

Beidseitiger Druck
Sollten Sie beidseitig drucken wollen, so berücksichtigen Sie dies bitte unbedingt schon zu Beginn. Die meisten Text­verarbeitungs­programme stellen diesen Modus bereits beim Einrichten des Dokuments zur Verfügung und nehmen dem Verfasser so viele Sorgen ab, eine nach­trägliche Änderung hingegen geht meist nicht ganz verlust­frei vonstatten.
Besonders wichtig ist die richtig gesetzte Paginierung, vereinfacht wird dies durch zentriert gesetzte Seitenzahlen.
Der vorgegebene frei­zulassende Rand muss stets auf der jeweils äußeren Seite liegen.

Leerseiten

Besonders für beid­seitigen, aber auch für ein­seitigen Druck gilt: Soll eine Seite leer bleiben (bei beid­seitigen Druck oftmals notwendig, um das folgende Kapitel auf der rechten Seite beginnen zu lassen), muss diese unbedingt als Leerseite eingefügt sein. Hierfür gibt es meist eine eigene Funktion, um eine Paginierung dieser Seiten zu verhindern.

Papier

Der Standard für den Druck von Abschlussarbeiten ist ein gestrichenes 100g-Papier. Durch das Streichen wird die Ober­fläche verdichtet, so dass ein sehr feines, sauberes Druckbild entsteht, insbesondere bedenkens­wert bei Grafiken.
Ein Druck ohne Grafiken kommt auch mit unserem 80g-Papier aus, das sich durch seine hohe Faser­dichte haptisch kaum vom 100g-Papier unterscheidet. Auch der Weißgrad ist nahezu identisch. Dadurch, dass die Oberfläche nicht zusätzlich gestrichen ist, fasert der Druck ein wenig mehr aus, was bei Schrift nicht so deutlich erkennbar wird wie bei Grafiken.
Das 120g-Papier ist der Ferrari unter den Dokumenten­druck-Papieren, etwas zum Beeindrucken. Die Oberfläche ist wie beim 100g-Papier gestrichen, so dass ein optimales Druckbild gewährleistet ist, aber durch die 1,2fache Dicke wirkt es noch weißer. Auch das 100g-Papier ist undurchlässig, doch legt man es test­weise einmal auf ein weiteres bedrucktes Papier und einmal auf ein weißes, wird das auf dem bedruckten Blatt (oder mit der bedruckten Rückseite) etwas gräu­licher wirken. Diesem Effekt entgeht man mit dem 120g-Papier.
Auch haptisch unter­scheidet es sich deutlich von den anderen Papieren, es ist so griffig, dass man bisweilen testet, ob man nicht zwei Blätter erwischt hat.
Es empfiehlt sich nicht, bei der Papierstärke über 120g hinaus zu gehen, da man ansonsten haptisch in den Bereich von Karton kommt.

Bindung

Seitenzahl

Manchmal ergibt sich die Bindungs­form bereits aus den zur Verfügung stehenden Kapazitäten:
bis 125 Blatt / 250 Seiten beidseitig
auf 80- oder 100g-Papier
Hardcover, Softcover, Leimbindung, Metallspirale
bis 105 Blatt / 210 Seiten beidseitig
auf 120g-Papier
bis 250 Blatt / 500 Seiten beidseitig
auf 80- oder 100g-Papier
Hardcover, Leimbindung, Metallspirale
bis 210 Blatt / 420 Seiten beidseitig
auf 120g-Papier
bis 270 Blatt / 540 Seiten beidseitig
auf 80- oder 100g-Papier
Hardcover, Leimbindung
bis 225 Blatt / 450 Seiten beidseitig
auf 120g-Papier
bis 280 Blatt / 560 Seiten beidseitig
auf 80- oder 100g-Papier
Leimbindung
Dokument­umfänge, die diese Grenzen sprengen, werden oft gesplittet, wo sich inhaltliche Trennungen anbieten, so dass zum Beispiel Anhänge extra gebunden werden.
Wenn die Seitenzahl bei einseitigem Druck nah an der Begrenzung liegt, ist überlegens­wert, ob nicht einzelne Abschnitte beidseitig gedruckt und damit die Blattzahl minimiert werden könnten.

Haltbarkeit

Da unsere Papiere holzfrei und Laserdrucke unverwüstlich sind, kommt es in erster Linie auf die Bindungs­form an, sollten Sie auch in einigen Jahren noch Freude an Ihrer Abschlussarbeit haben wollen.

Die mit Abstand haltbarste Bindungs­form ist natürlich das Hardcover, hier kann lediglich direkte Sonnen­einstrahlung der Farbe etwas anhaben, ansonsten ist diese Bindungs­art unverwüstlich. Wir pressen mehrfach, so dass die in der Stahl­schiene liegenden Blätter sich maximal ineinander verhaken.
Das Cover ansich hat eine leichte Über­größe, so werden die Blätter geschützt und Abnutzungs­erscheinungen vermieden.

All diese Vorteile bietet auch das Softcover, nur ist der Umschlag flexibel, daher wesentlich dünner und damit anfälliger. Die Front besteht aus Kunststoff­folie, die im Laufe der Zeit aus­trocknen und brüchig werden kann.

Die kurzlebigste der angebotenen Bindungen ist die Leimbindung. Dies liegt einer­seits in der Natur der Sache, Kleb­stoffe sind eben nicht so haltbar wie mechanische Verfahren, anderer­seits in der Flexibilität begründet, der Fälzel­streifen im Binde­rücken besteht aus Stoff und Leim, das hält zwar Blätter zusammen, aber keiner stärkeren Beanspruchung stand, erst recht nicht bei nicht sach­gemäßem Umgang (und auch Prüfer geben nur allzu gern der Versuchung nach, die Buch­mitte mit dem Hand­ballen planieren zu wollen).
Die Stabilität von Leimbindungen nimmt mit zunehmender Bindestärke ab.
Sollte die Leimbindung nicht Vorschrift sein, empfiehlt es sich auf jeden Fall, über einen Umstieg auf das Softcover nach­zudenken.

Eher praktisch als haltbar ist die Metallspirale, auch hier beeinflusst eher das Papier die Bindung als andersrum, verzieht sich also im Laufe der Zeit das Papier, wird sich die Spirale verbiegen. Benutzung allerdings kann dieser Bindungs­form wenig anhaben.

Frontfolie

Gegenüberstellung Folie glänzend und matt Angeboten werden wahl­weise glänzende oder mattierte Front­folien. Mattierte Folien wirken wie sand­gestrahlt. Standard sind Glanz­folien, praktischer jedoch sind die matten. Beschädigungen und Abnutzungs­erscheinungen fallen an matter Folie viel weniger auf.
Mattierte Folien sind kontakt­transparent, das heißt wenn sie mit dem dahinter liegenden Druck in Berührung kommen, wirken sie leicht milchig, lassen aber alle Details des Drucks gut erkennen.

Prägung

Eine Prägung ist immer sinnvoll zur Aufwertung, beim Hardcover sogar bereits zur Vermeidung einer Abwertung: Wenn ein Prüfer nicht erkennen kann, wie herum er das Buch halten muss, und es dann vielleicht noch zuerst an der falschen Seite öffnet, entsteht schnell ein diffuses Gefühl von "Am falschen Ende gespart".

Prägung mit Buchstabenblöcken Bei der Prägung von Umschlägen wird die Beschriftung aus in Metall­blöcke gegossenen Einzel­zeichen erstellt. Diese Metall­blöcke werden stark erhitzt und dann in den Umschlag eingebrannt.
Da diese Blöcke nur in Standard­zeichensätzen ausgeliefert werden, sind Grafiken oder allzu wilde Sonderzeichen nicht prägbar.
Sie haben die Möglichkeit, in unserer schematischen Hardcover-Konfiguration diverse Beschriftungen zu testen, unter­schiedliche Buchstaben­breiten wurden bereits berück­sichtigt.

Auslassungen Prägung Beim Prägen von Kartons mit Leder­struktur ist zu beachten, dass die Prägung auf nur einer Ebene stattfindet, somit bleibt dort, wo die Struktur besonders tief in den Karton eingearbeitet ist, eine feine Lücke in der Beprägung, ohne dass diese unleserlich würde. Hier entscheidet der Geschmack, die Einen finden es stylish, die Anderen sehen es als Makel.

Hardcover sind auch mit Rücken­steg­prägung lieferbar, jedoch erst ab einer Binde­stärke von 60 Blatt Standard­papier, da der Rücken­steg darunter nicht die minimale Buchstaben­höhe von 6mm erreicht. Sollte eine Rücken­steg­prägung unbedingt erforderlich sein, können zum Auffüllen spezielle Pappstreifen verwendet werden, die machen die Bindung aber nicht unbedingt schöner.
Hardcover einteilig und dreiteilig Mit einer Rücken­steg­prägung besteht das Hardcover nicht mehr aus nur einem umlaufenden Umschlag, sondern wird aus drei Teilen zusammen­gesetzt. Dies ist nicht auf den ersten Blick, sondern nur bei Betrachtung der Naht­stellen an der flachen Seite erkennbar.

Dauer der Anfertigung

Unsere garantierte Anfertigungs­zeit beträgt zwei Stunden ab Auftrags­eingang. In dieser Zeit sind alle Unwägbarkeiten und Toleranzen enthalten, daher die Garantie.
In Einzel­fällen kann es vorkommen, dass die Anfertigung schneller vonstatten geht oder von vornherein niedriger veranschlagt wird. In Einzel­fällen.
Sollte Ihnen ein Freund von einem solchen Fall berichtet und dabei nicht erwähnt haben, dass dies eine Aus­nahme war, können Sie sicher sein: Wir haben es ihm gegen­über erwähnt.

Da unsere Produktions­zeiten auch außerhalb unserer Öffnungs­zeiten liegen, bezieht sich die angegebene Dauer von zwei Stunden nicht nur auf den Öffnungs­zeitraum, sondern auf die Produktions­zeiten. So ist es beispiels­weise möglich, einen um 19 Uhr online erteilten Auftrag bereits zur Geschäfts­öffnung am nächsten Tag abzuholen.

Nach der Fertigstellung

Seiten austauschen

Sollte Ihnen nach Fertig­stellung auffallen, dass sich Fehler eingeschlichen haben und einzelne Seiten ausgetauscht werden müssen, ist dies bei Soft- und Hardcover einmalig möglich. Einmalig, weil ab dem zweiten Mal die Qualität der Bindung deutlich leidet, manchmal sogar der Umschlag.
Für einen solchen Austausch fallen keine Material­kosten, wohl aber die Kosten für die Nach­bearbeitung an. Sollte das Cover nicht mehr brauch­bar sein, kann der Inhalt bis auf die Außen­blätter dennoch gerettet werden, so dass hier zwar die Bindungs- nicht jedoch Kosten für Druck und Papier erneut anfallen.
Bei Metallspiralen muss die Spirale gelöst und ersetzt werden, es fallen Kosten für die neue Bindung und die zusätzliche Arbeit an.
Kein Austausch ist bei Leimbindungen möglich, hier muss komplett neu produziert werden.

Gewelltes Papier

Entstehen nachträglich Wellen im gebundenen Papier, ist es feucht geworden (was bei einem hydro­philen Stoff wie Papier schnell passiert, daher liefern wir in Kartons und Papier­tüten aus).
Abhilfe: Nehmen Sie das Material beim Duschen mit ins Bade­zimmer, beschweren Sie es anschließend gleich­mäßig und stark und lassen es in trockener Umgebung bei Zimmer­temperatur(!) gründlich austrocknen.


Sind noch spezielle Fragen zum Drucken oder Binden Ihrer Abschlussarbeit offen?

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